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	<title>lotharruttner/blog &#187; S-Bahn</title>
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		<title>Der Lange Jammer</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Oct 2006 23:25:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[S-Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image11" src="http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2006/10/scan10000.jpg" alt="Der Lange Jammer" /></p>
<p>Mit dem heutigen Tag beginne ich eine lose Reihe von Blogs &#252;ber Orte, die f&#252;r immer von dieser Welt verschwunden sind, die im Verschwinden begriffen sind, und f&#252;r die es lohnt, eine Tr&#228;ne zu verlieren. Ein solcher Ort ist der <em>Lange Jammer</em>. Einst die l&#228;ngste Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke Europas, verband diese Stahlkonstruktion, die 1937 fertiggestellt wurde, den heutigen S-Bahnhof <em>Storkower Stra&#223;e</em> in Berlin Lichtenberg mit der Eldenaer Stra&#223;e in Friedrichshain. 434 Meter lang, vier Meter breit und sechs Meter hoch spannte sich die Br&#252;cke zu ihrer Er&#246;ffnung auf 22 St&#252;tzen &#252;ber das Schlachthofgel&#228;nde. Der Fu&#223;weg war &#252;berdacht und seitlich mit undurchsichtigen Glasscheiben verkleidet, um die Aussicht auf die t&#228;glichen Szenen im Schlachtbetrieb zu verhindern.</p>
<p>Im Zweiten Weltkrieg wurde die im Volksmund „Langer Jammer“, „Langes Elend“ oder auch „Rue de Galopp“ genannte Br&#252;cke stark zerst&#246;rt, bis 1951 aber wieder rekonstruiert. Zu DDR-Zeiten wurde sie in den 70er-Jahren umfangreich saniert und bis zum Wohngebiet <em>Fennpfuhl</em> verl&#228;ngert. Von nun an ma&#223; sie 522 Meter.</p>
<p>Mitte der 90er-Jahre wurde anl&#228;sslich des beginnenden Wiederaufbaus der Ring-Bahn das 85 Meter lange Teilst&#252;ck vom S-Bahnhof bis &#252;ber die Storkower Stra&#223;e saniert. Da der Investor des geplanten Wohn- und Gewerbegebiets <em>Alter Schlachthof</em> darauf dr&#228;ngte wurde ein 300 Meter langes Teilst&#252;ck der denkmalgesch&#252;tzten Br&#252;cke 2002 abgerissen.</p>
<p>Die Senatsverwaltung kommentiert in Ihrer <em>Drucksache Nr. 15/581 (II.A.17.) – Auflagenbeschl&#252;sse 2002 /2003</em> lapidar: „Die Abrissma&#223;nahmen ergaben sich aus der Notwendigkeit der zeitgerechten, und vertraglich vereinbarten Schaffung von Baufreiheit f&#252;r das Investitionsvorhaben „Fachmarktzentrum“ an der Herrmann-Blankenstein-Stra&#223;e.“</p>
<p>Aus Gr&#252;nden des Denkmalschutzes lie&#223; man ein etwa 75 Meter langes Teilst&#252;ck an der Eldenaer Stra&#223;e bestehen. Doch selbst dieses wurde im Fr&#252;hjahr 2006 beseitigt. Nun erinnern nur mehr das zu Tode sanierte Teilst&#252;ck, das das „Fachmarktzentrum“ mit dem S-Bahnhof und der Storkower Stra&#223;e verbindet, sowie der Name der an seiner Stelle verlaufenden Stra&#223;e, „Zum Langen Jammer“, an das einstige Bauwerk. Einmal mehr eine Schande, wie die Verwaltung dieser Stadt mit ihren Baudenkm&#228;lern umgeht.</p>
<p>Informationen zum Areal des <em>Zentralvieh- und Schlachthofs</em> mit einem Abriss zur Geschichte der Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke ist auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralviehhof_(Berlin)" target="_blank">Wikipedia</a> zu finden. Weiter Bilder finden sich unter anderen in meinem <a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/sets/72057594052227398/" target="_blank"><em>Photoset</em> zum <em>Langen Jammer</em> auf <em>flickr</em></a>.</p>
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