Artikel mit ‘Herbst’ getagged

Willkommen in Berlin

Sonntag, 23. September 2007

Ja, es ist Herbst, nun auch im Kalender. So wunderbar Herbst, dass die Sonne einen richtig hinauszieht, raus aus der Wohnung, hinaus in die Stadt. Oder sagen wir: fast raus aus der Stadt, genauer: heute mal aufs Tempelhofer Feld.

An dessen Rand steht ja seit fast 70 Jahren ein riesiger Gebäudekomplex, geplant von Ernst Sagebiel und geprägt von faschistischer Ästhetik, der doch den reinen Monumentalismus überwindet und in seiner Funktionalität fasziniert: der Flughafen Berlin-Tempelhof. Ein Flughafen mit bewegter Geschichte. Einst weltgrößter seiner Art, wurde er das rettende Tor für Westberlin, als die Stadt während der sowjetischen Blockade durch die Rosinenbomber mit Lebensnotwendigem versogt wurde. Als “Bau-Symbol der westlichen Freiheit” ist der Flughafen damit gleichzeitig Berliner Denkmal und Mahnmal für das geteilte Deutschland.

In seiner Funktion als Flughafen musste das Gebäude schon so manchen Dornröschenschlaf ausharren (so wurde die zentrale Abfertigungshalle nur etwa die Hälfte ihres Lebens auch als solche genutzt), doch geht es nach dem Willen des derzeitigen regierenden Bürgermeisters der Haupstadt und seines rot-rot-grünen Verbunds, so soll schon in einem Jahr das letzte Flugzeug vom Tempelhofer Feld gestartet sein. Für immer. Das zu verhindern versucht gerade ein initiertes Volksbegehren, das Mitte Oktober zur Unterschrift bereitliegen soll. Potentielle 70 Prozent der Berliner stehen hinter dem Begehren, so prophezeihen es Meinungsumfragen. Bleibt zu hoffen, dass diese ihre Stimme auch lautstark zum Ausdruck bringt, damit Tempelhof das Schicksal des Verschwindens erspart bleibt.

Informationen pro Tempelhof gibt es auf der Website der ICAT (Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof e. V.) unter www.flughafen-berlin-tempelhof.de

Und siehe da, es war Herbst

Samstag, 22. September 2007

Mehr Fotos auf flickr

Heute morgen aufgewacht und es war Herbst. Nicht der Kalenderherbst, sondern der andere, der, der sich anfühlt wie Herbst, egal welcher Tag als heutiger im Kalender steht.

Und es war ein wunderbarer Tag: mit dem Fahrrad durch den vormittäglichen, noch nicht ganz erwachten Tiergarten zum heute sehr schweizerischen Frühstück. Danach amerikanisch-mexikanische Sonne am Kreuzberger Wasser. Braucht es denn mehr, um glücklich zu sein? Vielleicht nicht für den Moment, doch besteht das Glücklichsein nicht ohnedies nur im Moment? Was folgt? Syrisch-thailändische Suppe? Ein glücklicher Moment mehr?

“Denn Wunsch, d.h. Mangel ist die vorhergehende Bedingung jedes Genusses. Mit der Befriedung hört aber der Wunsch und folglich der Genuß auf. Daher kann die Befriedigung oder Beglückung nie mehr sein als die Befreiung von einem Schmerz, von einer Not: denn dahin gehört nicht nur jedes wirkliche offenbare Leiden, sondern auch jeder Wunsch, dessen Importunität unsere Ruhe stört, ja sogar die ertötende Langeweile, die uns das Dasein zur Last macht.” (Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, Viertes Buch, § 58)