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	<title>lotharruttner/blog &#187; Heide Schmidt</title>
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		<title>Nur weg hier!</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 00:13:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
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Drei Tage ist es inzwischen her, dass die Nationalratswahlen in &#214;sterreich zu Ende gegangen sind. Noch sind nicht alle Wahlkarten ausgez&#228;hlt, aber doch ist klar: das Ergebnis ist katastrophal. Fast 60 Prozent der &#214;sterreicher gaben europakritischen Demagogen ihre Stimme, und etwa die H&#228;lfte davon nahm daf&#252;r in Kauf, eine Partei zu w&#228;hlen, die eine menschenverachtende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2008/10/pict2843.jpg' alt='BRD' /></p>
<p>Drei Tage ist es inzwischen her, dass die Nationalratswahlen in &#214;sterreich zu Ende gegangen sind. Noch sind nicht alle Wahlkarten ausgez&#228;hlt, aber doch ist klar: das Ergebnis ist katastrophal. Fast 60 Prozent der &#214;sterreicher gaben europakritischen Demagogen ihre Stimme, und etwa die H&#228;lfte davon nahm daf&#252;r in Kauf, eine Partei zu w&#228;hlen, die eine menschenverachtende und ausl&#228;nderfeindliche Politik verfolgt.</p>
<p>Und genau da sitzt auch das &#246;sterreichische Dilemma: der Aufschrei in den Medien, die &#214;sterreicher seien rechtsradikal, stimmt nur bedingt. Es w&#228;re verfehlt, allen W&#228;hlern von FP&#214; und BZ&#214; eine rechtsradikale Gesinnung zu unterstellen. Was vielmehr stimmt, ist, dass ein Gro&#223;teil der &#214;sterreicher blind den Rattenf&#228;ngern folgt, ohne zu hinterfragen, welchen politischen Geist sie mit ihrer Stimme f&#252;r die rechten Parteien eigentlich unterst&#252;tzen. Oder viel schlimmer, sie nehmen es sehenden Auges in Kauf. Das zeugt von einem mangelnden politischen und historischen Bewusstsein in diesem Land. Das zeugt davon, dass man in diesem Land eine menschenverachtende Politik in Kauf nimmt, nur um den Regierungsparteien eins auszuwischen. Das zeugt schlie&#223;lich von einer ausgepr&#228;gten Misanthropie der &#214;sterreicher.</p>
<p>Nicht &#252;berraschend aber ebenso traurig ist letztlich auch der hohe Stimmenanteil f&#252;r die SP&#214;, eine Partei, die bei den rechten Rattenf&#228;ngern gelernt hat und noch nicht mal davor zur&#252;ckschreckt, zur Maximierung der W&#228;hlerstimmen eine Koalition mit dem Boulevard einzugehen und daf&#252;r ihre europ&#228;ische &#220;berzeugung &#252;ber Bord wirft. Platter kann Politik nicht mehr stattfinden.</p>
<p>Traurig auch, dass es f&#252;r anders denkende Menschen in diesem Land keinen Platz gibt. Gerade mal etwa 12 Prozent haben die liberal gesinnten Parteien erreicht. Dass die Gr&#252;nen sogar leichte Verluste hinnehmen mussten, wird wohl noch einiges an Diskussion nach sich ziehen. Es ist nur zu hoffen, dass auch die Gr&#252;nen endlich beginnen dar&#252;ber nachzudenken, was in Ihrer Partei falsch l&#228;uft. Es steht jedoch zu bef&#252;rchten, dass am Ende des Diskussionsprozesses noch mehr Polarisierung steht, als es jetzt schon zuviel in der Partei gibt. Wie es mit den Gr&#252;nen weitergehen soll steht zudem in den Sternen. Es ist nicht anzunehmen, dass Alexander van der Bellen nochmals eine Wahl schlagen wird. Doch wer kommt danach? Ich denke, dass er ein Garant f&#252;r runde 10 Prozent der W&#228;hlerstimmen war. Ob die Gr&#252;nen diese aber ohne van der Bellen werden halten k&#246;nnen, muss sich weisen. Eine nicht unbetr&#228;chtliche Abwanderung ihrer W&#228;hler in das Lager der Nichtw&#228;hler sollte zu denken geben.</p>
<p>F&#252;r mich, als liberal denkenden Menschen, war die gr&#246;&#223;te Entt&#228;uschung des Wahlabends aber das katastrophal schlechte Abschneiden des Liberalen Forums. Eine Wahrheit in diesem Land, die mich nur traurig stimmen kann. &#214;sterreich hatte die letzte Chance einer Frau wie Heide Schmidt wieder politisches Gewicht zu verleihen. Einer Frau, die f&#252;r eine politische Kultur steht, die in diesem Land schon zu einer Mangelerscheinung geworden ist und mit dieser vertanen Chance wohl endg&#252;ltig vom Verschwinden bedroht ist. Es ist nicht gelungen, einer Partei eine parlamentarische Stimme zu verleihen, die eine menschenfreundliche Politik verfolgt, die f&#252;r die Selbstverantwortung des Einzelnen, f&#252;r die M&#252;ndigkeit der B&#252;rger steht. Liberalismus scheint in diesem Land wohl keinen Platz zu haben. Das ist traurig. Ich will in einem solchen Land nicht mehr leben und ich will in einem solchen Land, in dem bei zuk&#252;nftigen Wahlen kein Kreuz mehr bei einer liberalen Partei zu machen sein wird, auch nicht mehr w&#228;hlen. Nicht ohne Grund lebe ich bereits seit zweieinhalb Jahren in meiner Wahlheimat Deutschland. Bei den Wahlen zum Europaparlament n&#228;chstes Jahr will ich auch hier meine Stimme abgeben.</p>
<p>Frau Heide Schmidt ist nur tiefster Dank f&#252;r Ihr Engagement f&#252;r &#214;sterreich auszusprechen. Die &#214;sterreicher haben ihr Angebot nicht angenommen. Was sie damit ausgeschlagen haben, werden sie wohl noch teuer zu stehen bekommen. Das ist bedauerlich. Ich bin traurig.</p>
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		<title>Und wieder: Nationalratswahl</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 21:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
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Schon beinahe inflation&#228;r stehen in der Alpenrepublik am kommenden Sonntag wieder Nationalratswahlen ins Haus. Wenn irgendwo, so zeigt sich hier wohl mein alpenrepublikanischer Hintergrund am deutlichsten, weil es mir nicht egal ist und nicht egal sein kann, dass dieses Land politisch mehr und mehr verkommt.
Konnte man in fr&#252;heren Jahren immer noch eine einzige Partei – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2008/09/bild-5.jpg" alt="Heide Schmidt" /></p>
<p>Schon beinahe inflation&#228;r stehen in der Alpenrepublik am kommenden Sonntag wieder Nationalratswahlen ins Haus. Wenn irgendwo, so zeigt sich hier wohl mein alpenrepublikanischer Hintergrund am deutlichsten, weil es mir nicht egal ist und nicht egal sein kann, dass dieses Land politisch mehr und mehr verkommt.</p>
<p>Konnte man in fr&#252;heren Jahren immer noch eine einzige Partei – J&#246;rg Haiders FP&#214; – als jenseits jeden guten Geschmacks verbuchen, so kam in den vergangenen Jahren zuerst noch das BZ&#214; und nun schlie&#223;lich auch die SP&#214; dazu. Gusenbauers und Faymanns Kniefall vor der Kronen-Zeitung war ein S&#252;ndenfall, der die SP&#214; tief in Populismus und Unw&#228;hlbarkeit versenkte.</p>
<p>Als w&#228;re das alles aber nicht genug, offenbart sich – in diesem zum Gl&#252;ck sehr kurzen Wahlkampf – eine Partei und ihr Spitzenkandidat als gr&#246;&#223;te Entt&#228;uschung, die und den ich bislang trotz unterschiedlicher inhaltlicher Meinungen als Wahrer einer politischen Kultur wahrnahm: Die Gr&#252;nen und ihr Spitzenkandidat Alexander van der Bellen. Seine &#196;u&#223;erungen zum Antreten des Liberalen Forums bei den Wahlen empfinde ich ungeheuerlich und demokratiepolitisch fragw&#252;rdig. Es ist wohl richtig, dass das Liberale Forum einer der st&#228;rksten Konkurrenten der Gr&#252;nen bei den Nationalratswahlen sein wird, und den Gr&#252;nen sicherlich Stimmen kosten wird. Das Liberale Forum bereits vor den Wahlen ein Scheitern vorauszusagen und eine Stimme f&#252;r die Liberalen als verlorene Stimme zu bezeichnen steht aber f&#252;r eine politische Kultur, die sich wenig von der der Herren Haider, Strache &amp; Co unterscheidet. Die Gr&#252;nen begeben sich f&#252;r mich damit deutlich in das Lager der Unw&#228;hlbarkeit, weil es nicht sein kann, dass es in der Politik nur mehr um Polarisierung, Stimmenmaximierung und Postenschacher gehen soll.</p>
<p><a href="http://www.diesmal-lif.at" title="Diesmal LIF w&#228;hlen!"><img src="http://www.diesmal-lif.at/images/buttons/diesmal-lif-transparent.png" style="border-style: initial; border-color: initial; border-width: 0px" align="right" /></a>Und weil ich finde, dass es genau eine solche politische Kultur in diesem Land nicht geben darf, weil ich will, dass Aufrichtigkeit, Offenheit, Redlichkeit, Vertrauen wieder zu einem Selbstverst&#228;ndnis in der Politik wird, weil ich will, dass es in diesem Land eine bedingungslose Grundsicherung f&#252;r alle gibt, weil ich will, dass in diesem Land Menschen selbstbestimmt leben k&#246;nnen, weil ich will, dass Minderheiten in diesem Land nicht diskriminiert werden, und weil ich will, dass dieses Land endlich wieder eine starke liberale Stimme bekommt, wei&#223; ich ganz genau, wer bei dieser Wahl meine Stimme bekommt. Und ich hoffe, dass viele andere – zumindest aber mehr als 4 Prozent der W&#228;hler – das gleiche tun.</p>
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