<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>lotharruttner/blog &#187; Vom Verschwinden</title>
	<atom:link href="http://www.ruttner.org/blog/category/vom-verschwinden/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.ruttner.org/blog</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 16 Jul 2010 16:12:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Der eidgen&#246;ssische Irrtum</title>
		<link>http://www.ruttner.org/blog/2009/12/02/der-eidgenoessische-irrtum/</link>
		<comments>http://www.ruttner.org/blog/2009/12/02/der-eidgenoessische-irrtum/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 11:30:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ruttner.org/blog/?p=39</guid>
		<description><![CDATA[Mit etwas &#220;berraschung und deutlicher Best&#252;rzung nehme ich das Votum der Schweizer zum Minarett-Verbot zur Kenntnis. Es ist ein Zeugnis der Dummheit, ein Zeugnis der Engstirnigkeit und ein Zeugnis der Erkenntnis, dass die Errungenschaften der Aufkl&#228;rung in einer R&#252;ckentwicklung ins Mystische begriffen sind. Wir m&#252;ssen uns nichts vormachen: hier geht es nicht um eine bauliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-38" title="Blaue Moschee" src="http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2009/12/48060017.jpg" alt="Blaue Moschee" width="500" height="375" /></p>
<p>Mit etwas &#220;berraschung und deutlicher Best&#252;rzung nehme ich das Votum der Schweizer zum Minarett-Verbot zur Kenntnis. Es ist ein Zeugnis der Dummheit, ein Zeugnis der Engstirnigkeit und ein Zeugnis der Erkenntnis, dass die Errungenschaften der Aufkl&#228;rung in einer R&#252;ckentwicklung ins Mystische begriffen sind.</p>
<p>Wir m&#252;ssen uns nichts vormachen: hier geht es nicht um eine bauliche Vorschrift. Das ist die Speerspitze eine Kulturkampfes des christlich gepr&#228;gten Europas gehen den „Islam“. Aber was soll das denn sein, „der Islam“? Wir m&#252;ssten nicht erst unsere Schulliteratur zitieren, Lessing, Nathan und dessen Ringparabel, doch nirgendwo sonst liegt so pr&#228;sent die eigentliche Antwort:</p>
<p>„Kaum war der Vater tot, so k&#246;mmt ein jeder<br />
Mit seinem Ring, und jeder will der F&#252;rst<br />
Des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,<br />
Man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht<br />
Erweislich; – [...]<br />
Fast so unerweislich, als<br />
Uns itzt – der rechte Glaube.“</p>
<p>Der zuhilfe gerufene Richter urteilt weise:</p>
<p>„Wohlan!<br />
Es eifre jeder seiner unbestochnen<br />
Von Vorurteilen freien Liebe nach!<br />
Es strebe von euch jeder um die Wette,<br />
Die Kraft des Steins in seinem Ring&#8217; an Tag<br />
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,<br />
Mit herzlicher Vertr&#228;glichkeit, mit Wohltun,<br />
Mit innigster Ergebenheit in Gott<br />
Zu H&#252;lf&#8217;! Und wenn sich dann der Steine Kr&#228;fte<br />
Bei euern Kindes-Kindeskindern &#228;u&#223;ern:<br />
So lad ich &#252;ber tausend tausend Jahre<br />
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird<br />
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen<br />
Als ich; und sprechen.“</p>
<p>Es ist doch auch der Islam der Weltregionen eine, die neben vielen eines eint: der Glaube an Gott. Und genauso, wie die Kircht&#252;rme weit sichtbar auf ein Gotteshaus verweisen, so tun es es die Minarette. Was soll also das Problem daran sein, seinen Glauben auf seine eigene Art und Weise zu zeigen. Wie sagte schon der gro&#223;e Fritz?: <em>„</em><em>alle Religionen Seindt gleich und guth wan nuhr die le&#252;te so sie profesiren Erliche le&#252;te seindt, und wen T&#252;rken und Heiden k&#228;hmen und wolten das Land P&#246;bliren, so wollen wir sie Mosqueen und Kirchen bauen.</em>“ <span style="font-style: normal;">Denn:</span><em> </em><em>„Die Religionen M&#252;&#223;en alle Tolleriret werden und Mus der Fiscal nuhr das auge darauf haben das keine der anderen abruch Tuhe, den hier mus ein jeder nach Seiner Fa&#223;on Selich werden.</em>“ Man sollte meinen, die j&#252;ngeren Aussagen w&#228;ren die toleranteren.</p>
<p>Worum es hier geht, ist aber in Wirklichkeit gar nicht die Religion der anderen. Es geht nicht um die Minarette. Es geht um ein diffuses Unbehagen, es geht um eine weit von jedem Aufkl&#228;rerischen entfernte Dummheit, und es geht letztlich – nennen wir es doch beim Namen: um Rassismus. Dabei sind die Gr&#252;nde schwer zu verstehen: Es geht uns gut, wie lange nicht, wir sind reich, wie lange nicht, und haben eigentlich keinen Grund irgend jemanden zum S&#252;ndenbock f&#252;r irgend etwas zu machen. Wof&#252;r denn auch? Es herrscht, gen&#228;hrt von den Terroranschl&#228;gen des 11. September, eine gewisse Angst vor islamistischer Gewalt. Und diese Angst nimmt alle in Sippenhaftung, die islamischen Glaubens sind. Doch das ist der Fehler! Islamisten sind Gewaltt&#228;ter, die sich zur Rechtfertigung ihrer Taten auf den Koran berufen. Das w&#228;re genauso, wie wenn man sich zur Verteidigung eines Rachemords auf das Alte Testament berufen w&#252;rden. Doch so wie letzteres nicht christlich ist, ist ersteres nicht islamisch.</p>
<p>In der Diskussion wird zur Rechtfertigung des „Ja“ zum Minarett-Verbot vieles pr&#228;sentiert, was mit dem Minarettbau an sich nichts zu tun hat: Unterdr&#252;ckung der Frau, Genitalverst&#252;mmelung, Rachemorde und so weiter. Doch d&#252;rfen wir eines nicht vergessen: gegen all das haben wir ein wirksames, rechtsstaatliches Mittel: unser Grundgesetz. Das reicht voll und ganz aus, um Unrecht – unabh&#228;ngig davon, welcher Religion sein T&#228;ter angeh&#246;rt – zu ahnden. Ein Einschnitt der Religionsfreiheit ist dazu kein probates Mittel.</p>
<p>Wir Europ&#228;er r&#252;hmen uns so gerne mit einem zentralen Gut unserer Gesellschaft: der Freiheit. Doch sollten wir nicht vergessen, dass die Freiheit unserer Gesellschaft bei der Freiheit des Einzelnen beginnt. Diese m&#252;ssen wir garantieren, daf&#252;r m&#252;ssen wir k&#228;mpfen, und daf&#252;r m&#252;ssen wir vor allem eines: mit gutem Vorbild voran gehen. Unbestritten gibt es eine Menge – auch islamisch gepr&#228;gter – Staaten, in denen die Freiheit der Bev&#246;lkerung stark eingeschr&#228;nkt ist, wo sich der Staat auf die Religion beruft, um seine Repressionen zu rechtfertigen. Aber gerade jenen m&#252;ssen wir, die wir in laizistischen Staaten (wie es &#252;brigens auch die T&#252;rkei einer ist) leben, zeigen dass es eine Alternative gibt, dass nur eine offene Gesellschaft ein friedliches Zusammenleben garantiert. Das Rezept kann nur hei&#223;en, offen auf unsere islamischen, j&#252;dischen, christlichen (oder welcher Identit&#228;t auch immer sie sich zugeh&#246;rig f&#252;hlen) Br&#252;der und Schwestern zuzugehen, den Dialog zu f&#252;hren, und nicht selbst Intoleranz zu leben. Das Schweizer Votum hat uns dabei einen B&#228;rendienst erwiesen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ruttner.org/blog/2009/12/02/der-eidgenoessische-irrtum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nur weg hier!</title>
		<link>http://www.ruttner.org/blog/2008/10/02/nur-weg-hier/</link>
		<comments>http://www.ruttner.org/blog/2008/10/02/nur-weg-hier/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 00:13:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Demagogie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Heide Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Liberales Forum]]></category>
		<category><![CDATA[LIF]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ruttner.org/blog/2008/10/02/nur-weg-hier/</guid>
		<description><![CDATA[Drei Tage ist es inzwischen her, dass die Nationalratswahlen in &#214;sterreich zu Ende gegangen sind. Noch sind nicht alle Wahlkarten ausgez&#228;hlt, aber doch ist klar: das Ergebnis ist katastrophal. Fast 60 Prozent der &#214;sterreicher gaben europakritischen Demagogen ihre Stimme, und etwa die H&#228;lfte davon nahm daf&#252;r in Kauf, eine Partei zu w&#228;hlen, die eine menschenverachtende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2008/10/pict2843.jpg' alt='BRD' /></p>
<p>Drei Tage ist es inzwischen her, dass die Nationalratswahlen in &#214;sterreich zu Ende gegangen sind. Noch sind nicht alle Wahlkarten ausgez&#228;hlt, aber doch ist klar: das Ergebnis ist katastrophal. Fast 60 Prozent der &#214;sterreicher gaben europakritischen Demagogen ihre Stimme, und etwa die H&#228;lfte davon nahm daf&#252;r in Kauf, eine Partei zu w&#228;hlen, die eine menschenverachtende und ausl&#228;nderfeindliche Politik verfolgt.</p>
<p>Und genau da sitzt auch das &#246;sterreichische Dilemma: der Aufschrei in den Medien, die &#214;sterreicher seien rechtsradikal, stimmt nur bedingt. Es w&#228;re verfehlt, allen W&#228;hlern von FP&#214; und BZ&#214; eine rechtsradikale Gesinnung zu unterstellen. Was vielmehr stimmt, ist, dass ein Gro&#223;teil der &#214;sterreicher blind den Rattenf&#228;ngern folgt, ohne zu hinterfragen, welchen politischen Geist sie mit ihrer Stimme f&#252;r die rechten Parteien eigentlich unterst&#252;tzen. Oder viel schlimmer, sie nehmen es sehenden Auges in Kauf. Das zeugt von einem mangelnden politischen und historischen Bewusstsein in diesem Land. Das zeugt davon, dass man in diesem Land eine menschenverachtende Politik in Kauf nimmt, nur um den Regierungsparteien eins auszuwischen. Das zeugt schlie&#223;lich von einer ausgepr&#228;gten Misanthropie der &#214;sterreicher.</p>
<p>Nicht &#252;berraschend aber ebenso traurig ist letztlich auch der hohe Stimmenanteil f&#252;r die SP&#214;, eine Partei, die bei den rechten Rattenf&#228;ngern gelernt hat und noch nicht mal davor zur&#252;ckschreckt, zur Maximierung der W&#228;hlerstimmen eine Koalition mit dem Boulevard einzugehen und daf&#252;r ihre europ&#228;ische &#220;berzeugung &#252;ber Bord wirft. Platter kann Politik nicht mehr stattfinden.</p>
<p>Traurig auch, dass es f&#252;r anders denkende Menschen in diesem Land keinen Platz gibt. Gerade mal etwa 12 Prozent haben die liberal gesinnten Parteien erreicht. Dass die Gr&#252;nen sogar leichte Verluste hinnehmen mussten, wird wohl noch einiges an Diskussion nach sich ziehen. Es ist nur zu hoffen, dass auch die Gr&#252;nen endlich beginnen dar&#252;ber nachzudenken, was in Ihrer Partei falsch l&#228;uft. Es steht jedoch zu bef&#252;rchten, dass am Ende des Diskussionsprozesses noch mehr Polarisierung steht, als es jetzt schon zuviel in der Partei gibt. Wie es mit den Gr&#252;nen weitergehen soll steht zudem in den Sternen. Es ist nicht anzunehmen, dass Alexander van der Bellen nochmals eine Wahl schlagen wird. Doch wer kommt danach? Ich denke, dass er ein Garant f&#252;r runde 10 Prozent der W&#228;hlerstimmen war. Ob die Gr&#252;nen diese aber ohne van der Bellen werden halten k&#246;nnen, muss sich weisen. Eine nicht unbetr&#228;chtliche Abwanderung ihrer W&#228;hler in das Lager der Nichtw&#228;hler sollte zu denken geben.</p>
<p>F&#252;r mich, als liberal denkenden Menschen, war die gr&#246;&#223;te Entt&#228;uschung des Wahlabends aber das katastrophal schlechte Abschneiden des Liberalen Forums. Eine Wahrheit in diesem Land, die mich nur traurig stimmen kann. &#214;sterreich hatte die letzte Chance einer Frau wie Heide Schmidt wieder politisches Gewicht zu verleihen. Einer Frau, die f&#252;r eine politische Kultur steht, die in diesem Land schon zu einer Mangelerscheinung geworden ist und mit dieser vertanen Chance wohl endg&#252;ltig vom Verschwinden bedroht ist. Es ist nicht gelungen, einer Partei eine parlamentarische Stimme zu verleihen, die eine menschenfreundliche Politik verfolgt, die f&#252;r die Selbstverantwortung des Einzelnen, f&#252;r die M&#252;ndigkeit der B&#252;rger steht. Liberalismus scheint in diesem Land wohl keinen Platz zu haben. Das ist traurig. Ich will in einem solchen Land nicht mehr leben und ich will in einem solchen Land, in dem bei zuk&#252;nftigen Wahlen kein Kreuz mehr bei einer liberalen Partei zu machen sein wird, auch nicht mehr w&#228;hlen. Nicht ohne Grund lebe ich bereits seit zweieinhalb Jahren in meiner Wahlheimat Deutschland. Bei den Wahlen zum Europaparlament n&#228;chstes Jahr will ich auch hier meine Stimme abgeben.</p>
<p>Frau Heide Schmidt ist nur tiefster Dank f&#252;r Ihr Engagement f&#252;r &#214;sterreich auszusprechen. Die &#214;sterreicher haben ihr Angebot nicht angenommen. Was sie damit ausgeschlagen haben, werden sie wohl noch teuer zu stehen bekommen. Das ist bedauerlich. Ich bin traurig.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ruttner.org/blog/2008/10/02/nur-weg-hier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Au revoir THF</title>
		<link>http://www.ruttner.org/blog/2008/05/03/au-revoir-thf/</link>
		<comments>http://www.ruttner.org/blog/2008/05/03/au-revoir-thf/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 May 2008 21:58:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelhof]]></category>
		<category><![CDATA[Wowereit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ruttner.org/blog/2008/05/03/au-revoir-thf/</guid>
		<description><![CDATA[Was der regierende B&#252;rgermeister Berlins vor allem kann ist durch seine markigen Spr&#252;che die Presse und damit die Aufmerksamkeit der &#214;ffentlichkeit auf sich zu ziehen. Sein &#8220;Ich bin schwul &#8230; und das ist auch gut so!&#8221; war gut vor den Wahlen platziert; und da diese beiden Kompetenzen in Berlin ausreichen einen Regierungsposten zu bekleiden, bestimmt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/1831609775/" title="Mehr Fotos auf flickr.com"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2329/1831609775_8b2725ee31.jpg" /></a><a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/1831609775/" title="Mehr Fotos auf flickr.com"></a></p>
<p>Was der regierende B&#252;rgermeister Berlins vor allem kann ist durch seine markigen Spr&#252;che die Presse und damit die Aufmerksamkeit der &#214;ffentlichkeit auf sich zu ziehen. Sein <span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;Ich bin schwul &#8230; und das ist auch gut so!&#8221;</span> war gut vor den Wahlen platziert; und da diese beiden Kompetenzen in Berlin ausreichen einen Regierungsposten zu bekleiden, bestimmt er nun &#252;ber Tun und Lassen in der Stadt, f&#252;r die er sich sein Spr&#252;chlein <span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;Berlin ist arm aber sexy&#8221;</span> ausgedacht hat. Einmal mehr gekonnt pointiert formuliert. Doch eine politische T&#228;tigkeit sollte sich nicht auf das Formulieren von Sachverhalten beschr&#228;nken, sondern dar&#252;ber hinaus auch das Warum dahinter analysieren um daraus Schl&#252;sse f&#252;r die politische Arbeit zu ziehen. Das scheint er aber nicht zu tun, denn anstatt das arm und sexy auch einmal zu hinterfragen, setzt er dem nur ein <span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;und das ist auch gut so!&#8221;</span> hinterher, und schon ist die Arbeit erledigt. </p>
<p>Auch die vorzeitige Einstellung des Flugbetriebs in Tempelhof ist eine der wenig durchdachten Handlungen: zuerst wird einmal geschlossen – <span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;und das ist auch gut so!&#8221;</span> – und hinter mir die Sintflut. Konzepte f&#252;r ein Schlie&#223;ungsszenario scheint es nicht zu brauchen, reicht es doch, ein bisschen den Sozialneid zu sch&#252;ren (<span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;Ick zahl doch nicht f&#252;r einen VIP-Flughafen&#8221;</span>) und schon ist die Arbeit wieder mal getan. So macht regieren Spa&#223;, kostet es doch nicht ein &#220;berma&#223; an Gehirnarbeit.</p>
<p>Vor einer Woche ging der Volksentscheid &#252;ber die Zukunft Tempelhofs leider erfolglos zu Ende. Der regierende B&#252;rgermeister hatte im Vorfeld ja schon deutlich gemacht, dass ihm demokratische Spielregeln herzhaft egal sind und er nicht gedenke ein eventuell erfolgreiches Volksbegehren in seine Erw&#228;gungen einflie&#223;en zu lassen. Interessant auch, welche Schl&#252;sse er aus dem dem Entscheid, bei dem immerhin 60 Prozent der abgegebenen Stimmen f&#252;r die Offenhaltung des Flughafens pl&#228;dierten, zog: <span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;Allerdings zeigt sich nun auch, dass deutlich mehr als drei Viertel der Berlinerinnen und Berliner entweder mit Nein stimmten oder sich erst gar nicht beteiligten. Deshalb bitte ich darum, dass nun auch die Bef&#252;rworter weiteren Flugbetriebs diese Mehrheit respektieren.&#8221; </span>Das ist in der Tat ein beindruckendes Demokratieverst&#228;ndnis, dessen Wurzel man eher in der Deutschen Demokratischen Republik suchen m&#246;chte, denn in der Bundesrepublik Deutschland. Richtig ist wohl, dass mehr als drei Viertel der Berliner nicht mit &#8220;Ja&#8221; stimmten, daraus aber eine Mehrheit f&#252;r die Schlie&#223;ung abzulesen ist bedenklich, sind nicht abgegebene Stimmen nun einmal nicht abgegebene Stimmen und keine Nein-Stimmen. Schlicht und ergreifend hei&#223;t die niedrige Beteiligung an dem Volksentscheid, dass es einer deutlichen Mehrheit der Berliner schnurzpiepegal ist, was mit dem Flughafen Tempelhof passiert. Und schnurzpiepegal hei&#223;t nunmal nicht: <span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">&#8220;Bitte schlie&#223;en!&#8221; </span>Geht man von diesem Demokratieverst&#228;ndnis aus, verwundern die autokratischen Z&#252;ge im Regierungsstil des B&#252;rgermeisters nicht weiter, hei&#223;t das wohl ja auch, dass zu den 34,2 Prozent SPD-W&#228;hlern der letzen Wahl auch noch die 42 Prozent Nichtw&#228;hler hinzuzuz&#228;hlen sind, denn wer nicht w&#228;hlt, erkl&#228;rt sich ja scheinbar mit dem Willen des regierenden B&#252;rgermeisters einverstanden, und schon hat Wowereit eine satte Mehrheit von unfassbaren 76,2 Prozent hinter sich. Warum er da noch die Linken als Koalitionspartner braucht? &#8230; Bitte wachen Sie auf, Herr Wowereit!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ruttner.org/blog/2008/05/03/au-revoir-thf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Willkommen in Berlin</title>
		<link>http://www.ruttner.org/blog/2007/09/23/willkommen-in-berlin/</link>
		<comments>http://www.ruttner.org/blog/2007/09/23/willkommen-in-berlin/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 21:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelhof]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ruttner.org/blog/2007/09/23/willkommen-in-berlin/</guid>
		<description><![CDATA[Ja, es ist Herbst, nun auch im Kalender. So wunderbar Herbst, dass die Sonne einen richtig hinauszieht, raus aus der Wohnung, hinaus in die Stadt. Oder sagen wir: fast raus aus der Stadt, genauer: heute mal aufs Tempelhofer Feld. An dessen Rand steht ja seit fast 70 Jahren ein riesiger Geb&#228;udekomplex, geplant von Ernst Sagebiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/370274352/" title="Mehr Fotos auf flickr.com"><img src="http://farm1.static.flickr.com/174/370274352_0d160c5292.jpg" class="flickr-photo" alt="" /></a></p>
<p>	Ja, es ist Herbst, nun auch im Kalender. So wunderbar Herbst, dass die Sonne einen richtig hinauszieht, raus aus der Wohnung, hinaus in die Stadt. Oder sagen wir: fast raus aus der Stadt, genauer: heute mal aufs Tempelhofer Feld.</p>
<p>An dessen Rand steht ja seit fast 70 Jahren ein riesiger Geb&#228;udekomplex, geplant von Ernst Sagebiel und gepr&#228;gt von faschistischer &#196;sthetik, der doch den reinen Monumentalismus &#252;berwindet und in seiner Funktionalit&#228;t fasziniert: der Flughafen Berlin-Tempelhof. Ein Flughafen mit bewegter Geschichte. Einst weltgr&#246;&#223;ter seiner Art, wurde er das rettende Tor f&#252;r Westberlin, als die Stadt w&#228;hrend der sowjetischen Blockade durch die Rosinenbomber mit Lebensnotwendigem versogt wurde. Als &#8220;Bau-Symbol der westlichen Freiheit&#8221; ist der Flughafen damit gleichzeitig Berliner Denkmal und Mahnmal f&#252;r das geteilte Deutschland.</p>
<p>In seiner Funktion als Flughafen musste das Geb&#228;ude schon so manchen Dornr&#246;schenschlaf ausharren (so wurde die zentrale Abfertigungshalle nur etwa die H&#228;lfte ihres Lebens auch als solche genutzt), doch geht es nach dem Willen des derzeitigen regierenden B&#252;rgermeisters der Haupstadt und seines rot-rot-gr&#252;nen Verbunds, so soll schon in einem Jahr das letzte Flugzeug vom Tempelhofer Feld gestartet sein. F&#252;r immer. Das zu verhindern versucht gerade ein initiertes Volksbegehren, das Mitte Oktober zur Unterschrift bereitliegen soll. Potentielle 70 Prozent der Berliner stehen hinter dem Begehren, so prophezeihen es Meinungsumfragen. Bleibt zu hoffen, dass diese ihre Stimme auch lautstark zum Ausdruck bringt, damit Tempelhof das Schicksal des Verschwindens erspart bleibt.</p>
<p><em>Informationen pro Tempelhof gibt es auf der Website der ICAT (Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof e. V.) unter <a href="http://www.flughafen-berlin-tempelhof.de" target="_blank">www.flughafen-berlin-tempelhof.de</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ruttner.org/blog/2007/09/23/willkommen-in-berlin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Da waren&#8217;s nur noch acht</title>
		<link>http://www.ruttner.org/blog/2007/06/19/da-warens-nur-noch-acht/</link>
		<comments>http://www.ruttner.org/blog/2007/06/19/da-warens-nur-noch-acht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2007 22:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[Planeten]]></category>
		<category><![CDATA[Pluto]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ruttner.org/blog/2007/06/19/da-warens-nur-noch-acht/</guid>
		<description><![CDATA[Als h&#228;tte Pluto nicht schon ein Jahr durchgemacht, das schwer genug f&#252;r einen kleinen Planeten war, nein, dem armen wird gleich nochmal eine verpasst: nicht nur kein Planet soll er mehr sein, sondern auch die Ehre des gr&#246;&#223;ten, nein, noch nicht mal des dichtesten Zwergplaneten wird ihm zuteil. Ausgerechnet Emily hat es auf Pluto abgesehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image24" src="http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2007/06/pict2450.jpg" alt="Sonnenstrahlen" /></p>
<p>Als h&#228;tte Pluto nicht schon ein Jahr durchgemacht, das schwer genug f&#252;r einen kleinen Planeten war, nein, dem armen wird gleich nochmal eine verpasst: nicht nur kein Planet soll er mehr sein, sondern auch die Ehre des gr&#246;&#223;ten, nein, noch nicht mal des dichtesten Zwergplaneten wird ihm zuteil. Ausgerechnet Emily hat es auf Pluto abgesehen und mit Hilfe von Dysnomia, dem Trabanten des Eris, errechnet, dass der, im Durchmesser 100 km gr&#246;&#223;ere, Zwergenplanet auch noch um 27 Prozent mehr Masse hat als Pluto.</p>
<p>Da haben die Entdecker des streitbaren Bruders von Pluto schon gleich Planetengesp&#252;r bewiesen, als sie ihm den Namen Eris gaben, war die Tochter der Nyx (die &#252;brigens einem von Plutos Monden den Namen leiht) doch die griechische G&#246;ttin der Zwietracht und des Streites. Da scheint es schon fast als eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Dysnomia, der Eris nachkommende D&#228;mon der Gesetzlosigkeit, die den Naturgesetzen gehorchende Erkenntnis brachte.</p>
<p>Und Pluto? Macht sich denn eigentlich irgendjemand Gedanken dar&#252;ber, wie es dem Herrscher der Unterwelt jetzt geht – degradiert und blo&#223;gestellt? Und meine Eselsbr&#252;cke?: Mein Vater erkl&#228;rt mir jeden Sonntag unsere neun&#8230; das macht so doch keinen Sinn mehr! Was dazu heute wohl ein Echsenbeckendinosaurier sagen w&#252;rde&#8230;?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ruttner.org/blog/2007/06/19/da-warens-nur-noch-acht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Lange Jammer</title>
		<link>http://www.ruttner.org/blog/2006/10/07/der-lange-jammer/</link>
		<comments>http://www.ruttner.org/blog/2006/10/07/der-lange-jammer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2006 23:25:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[S-Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ruttner.org/blog/2006/10/07/der-lange-jammer/</guid>
		<description><![CDATA[Mit dem heutigen Tag beginne ich eine lose Reihe von Blogs &#252;ber Orte, die f&#252;r immer von dieser Welt verschwunden sind, die im Verschwinden begriffen sind, und f&#252;r die es lohnt, eine Tr&#228;ne zu verlieren. Ein solcher Ort ist der Lange Jammer. Einst die l&#228;ngste Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke Europas, verband diese Stahlkonstruktion, die 1937 fertiggestellt wurde, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image11" src="http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2006/10/scan10000.jpg" alt="Der Lange Jammer" /></p>
<p>Mit dem heutigen Tag beginne ich eine lose Reihe von Blogs &#252;ber Orte, die f&#252;r immer von dieser Welt verschwunden sind, die im Verschwinden begriffen sind, und f&#252;r die es lohnt, eine Tr&#228;ne zu verlieren. Ein solcher Ort ist der <em>Lange Jammer</em>. Einst die l&#228;ngste Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke Europas, verband diese Stahlkonstruktion, die 1937 fertiggestellt wurde, den heutigen S-Bahnhof <em>Storkower Stra&#223;e</em> in Berlin Lichtenberg mit der Eldenaer Stra&#223;e in Friedrichshain. 434 Meter lang, vier Meter breit und sechs Meter hoch spannte sich die Br&#252;cke zu ihrer Er&#246;ffnung auf 22 St&#252;tzen &#252;ber das Schlachthofgel&#228;nde. Der Fu&#223;weg war &#252;berdacht und seitlich mit undurchsichtigen Glasscheiben verkleidet, um die Aussicht auf die t&#228;glichen Szenen im Schlachtbetrieb zu verhindern.</p>
<p>Im Zweiten Weltkrieg wurde die im Volksmund „Langer Jammer“, „Langes Elend“ oder auch „Rue de Galopp“ genannte Br&#252;cke stark zerst&#246;rt, bis 1951 aber wieder rekonstruiert. Zu DDR-Zeiten wurde sie in den 70er-Jahren umfangreich saniert und bis zum Wohngebiet <em>Fennpfuhl</em> verl&#228;ngert. Von nun an ma&#223; sie 522 Meter.</p>
<p>Mitte der 90er-Jahre wurde anl&#228;sslich des beginnenden Wiederaufbaus der Ring-Bahn das 85 Meter lange Teilst&#252;ck vom S-Bahnhof bis &#252;ber die Storkower Stra&#223;e saniert. Da der Investor des geplanten Wohn- und Gewerbegebiets <em>Alter Schlachthof</em> darauf dr&#228;ngte wurde ein 300 Meter langes Teilst&#252;ck der denkmalgesch&#252;tzten Br&#252;cke 2002 abgerissen.</p>
<p>Die Senatsverwaltung kommentiert in Ihrer <em>Drucksache Nr. 15/581 (II.A.17.) – Auflagenbeschl&#252;sse 2002 /2003</em> lapidar: „Die Abrissma&#223;nahmen ergaben sich aus der Notwendigkeit der zeitgerechten, und vertraglich vereinbarten Schaffung von Baufreiheit f&#252;r das Investitionsvorhaben „Fachmarktzentrum“ an der Herrmann-Blankenstein-Stra&#223;e.“</p>
<p>Aus Gr&#252;nden des Denkmalschutzes lie&#223; man ein etwa 75 Meter langes Teilst&#252;ck an der Eldenaer Stra&#223;e bestehen. Doch selbst dieses wurde im Fr&#252;hjahr 2006 beseitigt. Nun erinnern nur mehr das zu Tode sanierte Teilst&#252;ck, das das „Fachmarktzentrum“ mit dem S-Bahnhof und der Storkower Stra&#223;e verbindet, sowie der Name der an seiner Stelle verlaufenden Stra&#223;e, „Zum Langen Jammer“, an das einstige Bauwerk. Einmal mehr eine Schande, wie die Verwaltung dieser Stadt mit ihren Baudenkm&#228;lern umgeht.</p>
<p>Informationen zum Areal des <em>Zentralvieh- und Schlachthofs</em> mit einem Abriss zur Geschichte der Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke ist auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralviehhof_(Berlin)" target="_blank">Wikipedia</a> zu finden. Weiter Bilder finden sich unter anderen in meinem <a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/sets/72057594052227398/" target="_blank"><em>Photoset</em> zum <em>Langen Jammer</em> auf <em>flickr</em></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ruttner.org/blog/2006/10/07/der-lange-jammer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
