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	<title>lotharruttner/blog &#187; Architektur</title>
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		<title>Willkommen in Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 21:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, es ist Herbst, nun auch im Kalender. So wunderbar Herbst, dass die Sonne einen richtig hinauszieht, raus aus der Wohnung, hinaus in die Stadt. Oder sagen wir: fast raus aus der Stadt, genauer: heute mal aufs Tempelhofer Feld. An dessen Rand steht ja seit fast 70 Jahren ein riesiger Geb&#228;udekomplex, geplant von Ernst Sagebiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/370274352/" title="Mehr Fotos auf flickr.com"><img src="http://farm1.static.flickr.com/174/370274352_0d160c5292.jpg" class="flickr-photo" alt="" /></a></p>
<p>	Ja, es ist Herbst, nun auch im Kalender. So wunderbar Herbst, dass die Sonne einen richtig hinauszieht, raus aus der Wohnung, hinaus in die Stadt. Oder sagen wir: fast raus aus der Stadt, genauer: heute mal aufs Tempelhofer Feld.</p>
<p>An dessen Rand steht ja seit fast 70 Jahren ein riesiger Geb&#228;udekomplex, geplant von Ernst Sagebiel und gepr&#228;gt von faschistischer &#196;sthetik, der doch den reinen Monumentalismus &#252;berwindet und in seiner Funktionalit&#228;t fasziniert: der Flughafen Berlin-Tempelhof. Ein Flughafen mit bewegter Geschichte. Einst weltgr&#246;&#223;ter seiner Art, wurde er das rettende Tor f&#252;r Westberlin, als die Stadt w&#228;hrend der sowjetischen Blockade durch die Rosinenbomber mit Lebensnotwendigem versogt wurde. Als &#8220;Bau-Symbol der westlichen Freiheit&#8221; ist der Flughafen damit gleichzeitig Berliner Denkmal und Mahnmal f&#252;r das geteilte Deutschland.</p>
<p>In seiner Funktion als Flughafen musste das Geb&#228;ude schon so manchen Dornr&#246;schenschlaf ausharren (so wurde die zentrale Abfertigungshalle nur etwa die H&#228;lfte ihres Lebens auch als solche genutzt), doch geht es nach dem Willen des derzeitigen regierenden B&#252;rgermeisters der Haupstadt und seines rot-rot-gr&#252;nen Verbunds, so soll schon in einem Jahr das letzte Flugzeug vom Tempelhofer Feld gestartet sein. F&#252;r immer. Das zu verhindern versucht gerade ein initiertes Volksbegehren, das Mitte Oktober zur Unterschrift bereitliegen soll. Potentielle 70 Prozent der Berliner stehen hinter dem Begehren, so prophezeihen es Meinungsumfragen. Bleibt zu hoffen, dass diese ihre Stimme auch lautstark zum Ausdruck bringt, damit Tempelhof das Schicksal des Verschwindens erspart bleibt.</p>
<p><em>Informationen pro Tempelhof gibt es auf der Website der ICAT (Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof e. V.) unter <a href="http://www.flughafen-berlin-tempelhof.de" target="_blank">www.flughafen-berlin-tempelhof.de</a></em></p>
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		<title>Der Lange Jammer</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Oct 2006 23:25:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[S-Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image11" src="http://www.ruttner.org/blog/wp-content/uploads/2006/10/scan10000.jpg" alt="Der Lange Jammer" /></p>
<p>Mit dem heutigen Tag beginne ich eine lose Reihe von Blogs &#252;ber Orte, die f&#252;r immer von dieser Welt verschwunden sind, die im Verschwinden begriffen sind, und f&#252;r die es lohnt, eine Tr&#228;ne zu verlieren. Ein solcher Ort ist der <em>Lange Jammer</em>. Einst die l&#228;ngste Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke Europas, verband diese Stahlkonstruktion, die 1937 fertiggestellt wurde, den heutigen S-Bahnhof <em>Storkower Stra&#223;e</em> in Berlin Lichtenberg mit der Eldenaer Stra&#223;e in Friedrichshain. 434 Meter lang, vier Meter breit und sechs Meter hoch spannte sich die Br&#252;cke zu ihrer Er&#246;ffnung auf 22 St&#252;tzen &#252;ber das Schlachthofgel&#228;nde. Der Fu&#223;weg war &#252;berdacht und seitlich mit undurchsichtigen Glasscheiben verkleidet, um die Aussicht auf die t&#228;glichen Szenen im Schlachtbetrieb zu verhindern.</p>
<p>Im Zweiten Weltkrieg wurde die im Volksmund „Langer Jammer“, „Langes Elend“ oder auch „Rue de Galopp“ genannte Br&#252;cke stark zerst&#246;rt, bis 1951 aber wieder rekonstruiert. Zu DDR-Zeiten wurde sie in den 70er-Jahren umfangreich saniert und bis zum Wohngebiet <em>Fennpfuhl</em> verl&#228;ngert. Von nun an ma&#223; sie 522 Meter.</p>
<p>Mitte der 90er-Jahre wurde anl&#228;sslich des beginnenden Wiederaufbaus der Ring-Bahn das 85 Meter lange Teilst&#252;ck vom S-Bahnhof bis &#252;ber die Storkower Stra&#223;e saniert. Da der Investor des geplanten Wohn- und Gewerbegebiets <em>Alter Schlachthof</em> darauf dr&#228;ngte wurde ein 300 Meter langes Teilst&#252;ck der denkmalgesch&#252;tzten Br&#252;cke 2002 abgerissen.</p>
<p>Die Senatsverwaltung kommentiert in Ihrer <em>Drucksache Nr. 15/581 (II.A.17.) – Auflagenbeschl&#252;sse 2002 /2003</em> lapidar: „Die Abrissma&#223;nahmen ergaben sich aus der Notwendigkeit der zeitgerechten, und vertraglich vereinbarten Schaffung von Baufreiheit f&#252;r das Investitionsvorhaben „Fachmarktzentrum“ an der Herrmann-Blankenstein-Stra&#223;e.“</p>
<p>Aus Gr&#252;nden des Denkmalschutzes lie&#223; man ein etwa 75 Meter langes Teilst&#252;ck an der Eldenaer Stra&#223;e bestehen. Doch selbst dieses wurde im Fr&#252;hjahr 2006 beseitigt. Nun erinnern nur mehr das zu Tode sanierte Teilst&#252;ck, das das „Fachmarktzentrum“ mit dem S-Bahnhof und der Storkower Stra&#223;e verbindet, sowie der Name der an seiner Stelle verlaufenden Stra&#223;e, „Zum Langen Jammer“, an das einstige Bauwerk. Einmal mehr eine Schande, wie die Verwaltung dieser Stadt mit ihren Baudenkm&#228;lern umgeht.</p>
<p>Informationen zum Areal des <em>Zentralvieh- und Schlachthofs</em> mit einem Abriss zur Geschichte der Fu&#223;g&#228;ngerbr&#252;cke ist auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralviehhof_(Berlin)" target="_blank">Wikipedia</a> zu finden. Weiter Bilder finden sich unter anderen in meinem <a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/sets/72057594052227398/" target="_blank"><em>Photoset</em> zum <em>Langen Jammer</em> auf <em>flickr</em></a>.</p>
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		<title>Neulich im ICC</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Sep 2006 22:56:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lothar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[ICC]]></category>

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		<description><![CDATA[320 Meter lang, 80 Meter breit und 40 Meter hoch – so steht das 1979 er&#246;ffnete und von den Architekten Ralf Sch&#252;ler und Ursulina Sch&#252;ler-Witte geplante Internationale Congress Centrum wie ein UFO in der Berliner Stadtlandschaft. Besonders an einem Sonntag, wenn das Haus menschenleer ist, und man tiefer in das Geb&#228;ude eindringt, scheint es aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/eugenvontrotta/254396128/" title="Mehr Fotos auf flickr.com" target="_blank"><img src="http://static.flickr.com/41/254396128_7c622ece34.jpg" width="500" height="375" alt="20060924_01" /></a></p>
<p>320 Meter lang, 80 Meter breit und 40 Meter hoch – so steht das 1979 er&#246;ffnete und von den Architekten Ralf Sch&#252;ler und Ursulina Sch&#252;ler-Witte geplante <i>Internationale Congress Centrum</i> wie ein UFO in der Berliner Stadtlandschaft. Besonders an einem Sonntag, wenn das Haus menschenleer ist, und man tiefer in das Geb&#228;ude eindringt, scheint es aus einer anderen Welt zu kommen. Und wie es sich f&#252;r ein anst&#228;ndiges UFO geh&#246;rt, kann es fliegen. Zumindest, wenn es nach der Architekturanalystin Ragna K&#246;rbi geht: „Es kann auf jeden Fall fliegen. Das Geb&#228;ude wei&#223; es nur noch nicht. Vielleicht wei&#223; es das Geb&#228;ude auch, nur die Stadt wei&#223; es noch nicht.“</p>
<p>Dennoch scheinen nicht alle so gl&#252;cklich mit dem Geb&#228;ude zu sein. Nicht kostendeckend klagt der Senat und w&#252;rde es am liebsten schon heute abgerissen sehen. Das kennen wir ja aus Berlin – ein Palast, politisch nicht mehr opportun, weg damit! Es scheint als sei Archtitektur, ist sie nicht mindestens 100 Jahre alt, ohnedies nichts Wert, reiner Zweck auf Zeit. „Wenn der Palast weg muss, dann muss das ICC auch weg. Absurd nat&#252;rlich. Abgesehen davon, dass ich auch finde, dass auch der Palast nicht sofort weg m&#252;sste – ich denke, insgesamt m&#252;sste man mit Geb&#228;uden ein bisschen vorsichtiger umgehen. Solche Abrisse kosten unglaublich viel Geld – auch das ICC“, so Christine Edmaier vom Bund Deutscher Architekten. Ein Gedanke, der gar nicht laut genug ge&#228;u&#223;ert werden kann: <strong>Insgesamt m&#252;sste man mit Geb&#228;uden ein bisschen vorsichtiger umgehen!</strong></p>
<p>Da bleibt nur zu hoffen, dass die Stadt endlich aufwacht und sich nicht mehr l&#228;nger ein mittelm&#228;&#223;iges Bauwerk nach dem anderen in die Baul&#252;cken knallen l&#228;sst, um im Gegenzug ein bisschen von der Architektur der letzten 50 Jahre befreit zu werden – das gibt ja neue Baul&#252;cken &#8230;</p>
<p>Bilder vom Geb&#228;ude gibt es in der Group <a href="http://www.flickr.com/groups/icc/pool/" target="_blank"><i>ICC</i></a> auf <a href="http://www.flickr.com" target="_blank">flickr</a>.</p>
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